Ursprung und Entwicklung der Tätowierung
Seit Anfang der menschlichen Zivilisation sind Tätowierungen und Körperkunst Teil der Kultur der Menschheitsgeschichte. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen ergaben das fast jede Kultur zu einem Zeitpunkt ihrer Entwicklung eine Art der Körperverzierung kannte und auch ausübte. Ob nun als Stammessymbol, Gesichtsverzierung oder auch einfacher Körperschmuck, Tätowierungen spielten schon immer eine wichtige Rolle in der Selbstdarstellung einer Gemeinschaft.
Es ist der Wissenschaft auch noch nicht gelungen den „Ursprungsort“ der Tätowierung zu finden. Einige Thesen gehen davon aus, das sich die Entwicklung aus dem asiatischen Raum verbreitet hat.
Doch intensive Untersuchungen an der Mumie „Ötzie" ergab, das schon diese Menschen die vor 5000 Jahren lebten Ornamente in die Haut gestochen hatten.
Insgesamt war „Ötzi“ mit 15 Tätowierungen auf der Haut verziert und ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft der älteste tätowierte Körper der Welt. Die sehr kalte Umgebungstemperatur des Gletschers sorgten über Jahrtausende für eine perfekte Erhaltung der tätowierten Mumien aus der Bronzezeit.
Dieser Fund steht somit im krassen Gegensatz zu der These die Kunst der Tätowierung hätte sich im asiatischen Raum entwickelt. Man ging von einem Ursprung im südwestasiatischen Raum aus, der sich dann über Ägypten nach Australien und Polynesien ausgeweitet hat und schließlich nach Nordamerika und Südamerika verbreitet wurde. Viele Erklärungsversuche suchen nach einem festen geographischen Ort. Doch zahlreiche unterschiedliche Fundorte auf der ganzen Erdkugel beweisen, eine dezentrale Ausbreitung der Tattoogeschichte. Vielmehr scheint es viele „Epizentren“ der Körperkunst aus verschiedenen Kulturen, Ländern und Völkern zu geben.
Die große Anzahl der dezentralen Fundorte, sowie regionale selbständige Entwicklung der Tattoo Kunst zeigen das es keinen festen geographischen Raum der Tattoo Geschichte gibt.
Eine weitere Mumie mit Tätowierungen, wurde auf russischen Boden in der Nähe des Ukok-Plateaus eindeckt. Dieser Fund wurde auf ein Alter von 2400 Jahren geschätzt. Die Altersschätzung wurde dabei mit der bekannten Radio Karbon Methode durchgeführt.
Auch 2000 Jahre alte ägyptische Mumien wiesen Tätowierungen am Körper auf.
Nach intensiven Untersuchen an „Ötzi“ wurden die Anfänglichen als Stammeszeichen deklarierten Tätowierungen nicht mehr als reine Körperschmuck abgetan. Die betreffenden Tätowierpunkte wurden als Akkupunkturpunkte erkannt, die wohl auch zur therapeutischen Zwecken genutzt wurden. Somit waren die Frühzeitigen Tätowierungen nicht nur einfacher Schmuck, vielmehr dienten sie dem Träger auch in medizinischer Sicht.
Tattoos und Körperschmuck waren auch in asiatischen Raum verbreitet. Ihre rituelle Bedeutungen waren bei den Völkern um Polynesien, den Ainu sowie den Yakuzu (ein japanischer Geheimbund) verbreitet. Aber auch schon die Bibel erwähnt Tätowierungen in ihren historischen Texten.
Das Alte Testament Gesetz befiehlt den Israeliten: “Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der HERR.” (3.Mose 19,28).
Im neuen Testament gibt es keine Einträge zu dem Thema Tätowierungen.
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