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    Kulturelle Piercings:

    Piercings sind in vielen Kulturen und Traditionen fest verankert. So wurden sie schon bei den Ureinwohnern Amerikas, Afrikas und Asiens in den Ohrläppchen, den Nasenflügeln und der Nasenscheidewand, den Lippen und den Genitalien praktiziert.

     

    Spirituelles Piercing:

    Es gibt Überlieferungen aus dem 16. Jahrhundert, dass in Mittelamerika Ohren, Zungen, Wangen und Genitalien als Opfergabe und zur innerlichen Reinigung durchstochen wurden.

     

    Seit 1825 wird in Phuket alljährlich das „Vegetarian Festival“ gefeiert, bei dem sich die Menschen in Trance singen und tanzen. Dies geschieht im Rahmen einer Götterbeschwörung.

    Während dieser Prozession stechen sich die Teilnehmer vom „Vegetarian Festival“ Schwerter, Äste, Eisenstangen oder Alltagsgegenstände mit teilweise erheblichen Durchmessern durch Wangen, Zunge oder andere Körperstellen. Währenddessen werden sie als Besessene der neun Schutzgeister betrachtet.

    Auch in in Malaysia gibt es ein ähnliches kulturelles Fest, das „Thaipusam - Fest“.

    Ebenfalls bei den Indianerstämmen der amerikanischen Prärie und Plains gibt es ein Ritual, in dem die Haut des Rückens oder der Brust durchstochen und dicke Holzpflöcke an einer Schnur hindurchgefädelt werden. Diese werden an Bäume gebunden, an denen die Indianer 4 Tage lang von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ohne Nahrung, Wasser und ohne Schatten tanzen. Die Zeremonie nennt man Sonnentanz.

    Die Bewegung „Modern Primitives“ griff diese Tradition auf und nannte sie „Body-Suspension“.

     

    Das Piercing im westlichen Kulturkreis:

    In westlichen Kulturkreisen der 1970er Jahre war das „Ohrlochstechen“ nur den Frauen zugesprochen. Eine Ausnahme bildeten die Zimmerleute, denen traditionell im Rahmen der „Walz“ ein Ohrloch mit einem Zimmermannsnagel gestochen wurde. Auch in der Schwulenszene wurde das Piercen beliebt, besonders die Brustwarzen- und Intimpiercings. Der Ohrring im rechten Ohrläppchen galt für lange Zeit als das Erkennungsmerkmal für Schwule.

     

    Trends - Die Entwicklung des Piercings in der heutigen Zeit:

    Während es Piercings gibt, die eine jahrtausende alte Tradition besitzen, wie zum Beispiel das Nostril - Piercing, das Labret –Piercing und das Apadravya, so gibt es zahlreiche Piercings, die in der westlichen Welt neu erfunden werden. Dazu zählen unter anderem das Lippenband-, das Industrial- und das Nefertiti – Piercing. Auch neue Techniken des Piercens kommen laufend dazu. Ein Beispiel wäre das „Microdermals“.

    Das Piercen unterliegt auch dem steten Wandel der Mode. So waren in den 90er Jahren die beliebtesten Arten das Augenbrauen-, Zungen- und Bauchnabelpiercing.

    Das Lippenbandpiercing, welches von Steve Haworth ebenfalls in den 90er Jahren erfunden wurde, wird heute weniger gestochen.

    Der seitlich versetzte Labret , das Madonna – Piercing, das Brustwarzenpiercing, der Tragus, das Septumpiercing sowie das Dehnen der Ohrläppchen ist heute wieder sehr gefragt. Auch die Intimpiercings erfreuen sich starker Nachfrage. 

    1994 wurde die Association of Professional Piercers (APP) gegründet, da sich mittlerweile auch viele Ungeübte am Piercen versuchten. Die APP legte Mindeststandards fest, die man zum Ausüben des Berufs erfüllen musste.

    2006 wurde ein weiterer Berufsverband gegründet - die European Association for Professional Piercing (EAPP).

    Stand: 21. Juli 2010, 681 mal gelesen

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