Traditionell
Wenn es einen Tattoo-Stil gibt, der stellvertretend für die westliche Kultur steht, dann der mit den traditionellen Motiven: Kreuz, Herz und Anker.
Tätowierungen wurden nach der Entdeckung der Inselgruppen Polynesiens im 17. Jahrhundert zum Souvenir der Seefahrer, die die Südsee bereisten, wobei sich allerdings schnell die tribalistische Kunst der Urvölker, die später ihre Renaissance in den Tribal Tattoos fand, mit den Bilderwünschen der Kunden, der Matrosen, zu einer neuen, meist aber einfach strukturierten Symbolsprache verband.
Anfangs Palmen und Pin-Ups, zur Erinnerung an die geographischen Gegebenheiten und an die netten Hula-Mädels auf den pazifischen Eiländern. Im Verlauf der Zeit ergaben die Wünsche der Matrosen einen ganzen Katalog maritimer Symbole, die wir heute als "Traditional Tattoo" bezeichnen: Segelschiffe, Anker, Kreuz, gekreuzte Schwerter, Kanonen, Spruchbänder, Jahreszahlen, Panther-Köpfe, Tiger, Rosen, Schlangen, Hände, Herzen mit Initialen, Herzen mit einem Dolch, Herzen mit Flammen. Selbstverständlich besaßen diese Symbole eine Bedeutung.
Wahre Meister der Traditional Tattoos waren der in New York arbeitende, deutschstämmige Charles Wagner und der in Hamburg auf St. Pauli tätige Christian Warlich, die zum Ende des 19. Jahrhunderts bis in die späten 1940er Jahre ihre Blütezeit erlebten. Ihre Traditional Tattoos überzeugen heute durch fette Outlines, kräftige Farben und einfach strukturierte Motive. Meist nennt man sie dann auch Oldschool.
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